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Geschichte

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Vom Kornspeicher zum Kulturzentrum

1597/98 ließ der Regensburger Rat gegenüber der Minoritenkirche einen Kornspeicher errichten, dessen Fassungsvermögen sich schon nach wenigen Jahren als zu gering erwies. Von daher wurde das Gebäude 1606/1607 erweitert.

Die mittelalterliche Tradition des Gebäudes ist bis heute erhalten geblieben. Das 54 Meter lange und 21 Meter breite Haus verfügt über 7 Geschosse (drei im Mauerwerk, vier im Kehlbalkendachstuhl), deren Stützkonstruktion -abgesehen von den zwei Sandsteinpfeilern der beiden unteren Geschosse- ausschließlich aus Holz besteht.

Seit den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts ist die Stadt Regensburg bestrebt, das historische Gebäude für kulturelle Zwecke zu nützen. Nach einem Entwurf des Regensburger Architekten Ludwig Meier wurde das Gebäude saniert, wobei größter Wert auf die Erhaltung der historischen Bausubstanz gelegt wurde.

Heute beherbergt das Gebäude neben dem Restaurant und einem Programmkino noch die Städtische Galerie, die zeitgenössische ostbayerische Kunst und weitere wechselnde Ausstellungen präsentiert. Zudem finden im großen Saal des Gebäudes regelmäßig Live-Konzerte und Tagungen statt. Insbesondere der Jazzclub Regensburg e.V. nutzt die Räumlichkeiten für den Auftritt von Jazz-Künstlern der verschiedensten Stilrichtungen.

So hat sich der Leere Beutel heute durch die unterschiedlichen Veranstaltungen und Ausstellungen einen Namen als wichtiges Kulturzentrum der Stadt Regensburg gemacht.

Wissenswertes

Woher hat der Leere Beutel seinen Namen

Der Salzstall, Fisch-, Korn-, Obst- und Holzmarkt stehen hier mit Korn-, Fleisch-, Ballenhaus in sonderbarer Zier, Der Leere Beutel auch, als der Getreide-Kasten, ansehlig sind gebaut: Und wo man nicht darf fasten… (Jakob Sturm, 1660)

Durch den letzten Satz könnte man vermuten, dass Jakob Sturm schon damals vorausgesehen hat, welche Leckereien heute in der Gaststätte im Leeren Beutel angeboten werden.

Wer aber nicht an hellseherische Kräfte glaubt, der kann diesem Reim eine andere Erkenntnis entnehmen: Das Gebäude hatte schon im Mittelalter den Namen ‘Leerer Beutel’. Jedoch ist nicht gesichert wie der Volksmund auf diesen Begriff kam. Bezieht sich der Name ‘Beutel’ auf das Getreidemagazin, das manchmal leer war? Oder bezieht es sich auf die Kasse der Reichsstadt, die beim Füllen des Magazins geleert wurde?

Es gibt auch noch eine weitere Deutung, die sich aus der ursprünglichen Schreibweise ‘laerenpaeutel’ ergibt, was auch so viel wie ‘Leere den Beutel!’ bedeutet. Dieser Imperativ könnte sich auf die Fuhrwerke der Bauern beziehen, die beim Füllen des Speichers geleert werden mussten. Oder auch auf die Geldbörsen der Einkäufer….

Historisch abgesichert ist keine dieser Vermutungen. So kann sich jeder die für ihn selbst als sinnvollste oder schönste Bedeutung heraussuchen.

Bertoldstraße 9 | 93047 Regensburg | Telefon: 0941 58997 | Fax: 0941 565734 | info@leerer-beutel.de